Mehr als ein Dach über dem Kopf: Wohnungen für geflüchtete Menschen

Veröffentlicht am 04.04.2016 in Berlin

Staatssekretärin Dr. Margaretha Sudhof (Mitte) berichtet über die geplanten Unterkünfte für Flüchtlinge. Mit dabei waren auch Nicolas Drahtschmidt (links) und Dr. Clara West (rechts), welche den Abend moderierte.

Viele Flüchtlinge werden auf absehbare Zeit bei uns bleiben. Denn sie können berechtigte Gründe vorweisen, um hier Schutz und Asyl zu finden. Auf der Veranstaltung „Tausende neue Wohnungen – wie schaffen wir das?“ der SPD Helmholtzplatz am 08.03.2016 war das klar. Wie es aber weiter geht, war Thema: Wie kann Berlin ein Dach über dem Kopf schaffen für die Flüchtlinge, die bisher in Notunterkünften und Turnhallen untergebracht sind? Denn nur wer ein Dach über dem Kopf hat, kann sich um Sprachkurse, Arbeitssuche und Schule kümmern. Deswegen hat der Berliner Senat ein Neubauprogramm für Flüchtlinge aufgelegt. Geplant sind dafür 30 Wohncontainer und 60 modulare Neubauten für jeweils ungefähr 500 Personen.

Schnelle Lösung: Tempo Homes

Die Container, sogenannte „Tempo Homes“, sind als Notunterkünfte gedacht. Diese sind vergleichsweise schnell aufzustellen, vorwiegend eingeschossig und mit 4,5 Quadratmeter pro Flüchtling recht dicht belegt. Wenn diese Bauten nicht mehr als Notunterkünfte, sondern als Gemeinschaftsunterkünfte langfristiger verwendet werden, dann kann man diese Belegung auch reduzieren. Wichtig: Mit den Tempohomes wird Platz für 15.000 Flüchtlinge geschaffen. Voraussetzung dafür, dass die mit 10.000 Flüchtlingen belegten Turnhallen freigezogen werden können. So kann der Schul- und Vereinssport wieder einziehen.

Langfristige Perspektive: Modulare Unterkünfte

Die modularen Unterkünfte für Flüchtlinge (MUFs) sind dauerhafter für eine Nutzung bis zu fünfzig Jahren angelegt. Es sind richtige Wohnungen, nur in modularer Bauweise gebaut und damit vergleichsweise schnell bezugsfähig. Bei jedem Standort mit rund 500 Bewohnern gibt es neben den Wohnmodulen ein Funktionsgebäude mit Pförtnerloge, Sozial- und Lagerräumen. Deutsch lernen kann man also im Idealfall dann vor der Haustür und auch Integrationsangebote können hier stattfinden. Ergänzt werden die Anlagen durch Freianlagen-Module wie einem Dorfplatz, Spielplätzen, Sportplätzen, oder Gelegenheiten fürs Gärtnern. Alle baulichen Standards werden erfüllt: Energieeinsparverordnung – die MUFs sind klimafreundlich –, Lüftung und Schallschutz, Barrierefreiheit – alles so, wie es sein muss.

Bevor Neid bei manchen aufkommt: Trotz dieser hohen Funktionalität der Unterkünfte sind es keine Luxusbauten. Die Doppelzimmer sind gerade einmal 15 Quadratmeter groß. Es sind einfache Wohnungen, die so geplant sind, dass sie neben dem Dach über dem Kopf auch Integrationsmöglichkeiten bietet. Das zeigt sich auch bei der geplanten Nachnutzung, wenn die Flüchtlinge mit der Zeit ausziehen. Angedacht ist z. B., Studierende unterzubringen, ältere Menschen oder Familien mit kleinem Geldbeutel oder Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind. Möglich sind auf lange Sicht auch kulturelle oder soziale Zwecke.

Komplexe Grundstückssuche

Die Grundstückssuche ist komplex – Berlin ist schließlich eine dicht besiedelte Großstadt. Nur im Randbereich gibt es größere und damit geeignete Flächen, nicht alle sichtbaren Freiflächen eignen sich zudem für die Bebauung mit „MUFs“ oder „Tempo Homes“. Landesweit wurden weit über 5.500 Grundstücke unter die Lupe genommen, übrig geblieben sind 94 Grundstücke. Diese Liste ist jedoch noch nicht endgültig: Sind die Bezirke mit ihren Standorten nicht einverstanden, können sie Alternativen vorschlagen. Aber aus der Verantwortung kann sich keiner stehlen. Jeder Bezirk leistet mit fünf bis neun Standorten seinen Beitrag. Pankow steuert neun bei, einzelne Grundstücke waren zu klein, so dass hier noch nachgesteuert wird.

Berlin ist auf einem guten Weg

Bei allen Schwierigkeiten: Es geht darum, die Turnhallen freizuziehen und den Flüchtlingen Wohnungen mit Perspektive anzubieten. Berlin ist auf einem guten Weg und das ist gut so. Kaum einer kann wollen, dass die Integration der Menschen, die zu uns kommen, scheitert. Denn das würde nicht nur richtig viel kosten – es würde auch keinem besser und vielen schlechter gehen, Flüchtlingen wie Bedenkenträgern zusammen.

 

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