Mehr Schulen als Aufgabe für die Zukunft

Veröffentlicht am 25.08.2008 in Bildung

Die Grundschule in der Gleimstraße

„Dieses Jahr gab es soweit keine Probleme bei der Einschulung. Wichtig aber ist für uns die Planung für die Zeit bis 2012: alleine in der Region 3, zu welcher der Kiez um Falkplatz und Arminplatz gehört, fehlen fünf Klassenzüge: das sind 1,5 bis 2 Schulen.“ fasste Markus Roick, Abteilungsvorsitzender der SPD Falkplatz-Arnimplatz die Diskussion auf der Abteilungsversammlung 12.08.2008 zusammen. Mit der Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz hatten die Mitglieder ich über die Schulsituation im Kiez um Falkplatz und Arnimplatz informiert und diskutiert.

Mehr Kinder im Kiez

Der Prenzlauer Berg wächst auch weiterhin. Hinzukommt, dass der Kiez um Falkplatz und Arminplatz Zuzugsgebiet ist- die steigenden Mieten um Helmholtzkiez und anderen Gebieten östlich der Schönhauser Allee führen vorerst zu stärkeren Zuzug von Familien ins Abteilungsgebiet, sowie in die nördlicheren Gebiete wie Alt-Pankow. Diese Erhöhung an Kinderzahlen, die für den Kiez durchaus positiv ist, bedeuten aber für die Schulleitplanung des Bezirksamts besondere Aufgaben: auch wenn dieses Jahr alle Kinder einen Grundschulplatz in Fußnähe bekamen, so muss man dafür kämpfen, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Im Abteilungsgebiet selbst finden sich zwei Grundschulen: die Schule am Falkplatz und die Bornholmer Grundschule. Die Schule am Falkplatz wird gerade saniert, auch um eine Ausweitung der Schülerzahlen tragen zu können. „Beeinträchtigungen im Schulbetrieb durch die Sanierung sind leider unvermeidlich, aber die Sanierung ist dringend notwendig.“ erklärte dazu Lioba Zürn-Kasztantowicz auf Rückfrage eines Abteilungsmitglieds.

Handlungsoptionen des Bezirks

Sosehr die Grundschulsituation wichtig ist für das Bezirksamt, sowenig kann es hier aktiv werden: die Finanzsituation verhindert, die Schulleitplanungen direkt in politisches Handeln umzusetzen. „Wir sind ein Bezirk mit Altschulden und mit harten Sparauflagen. Wir können nicht einfach Gelder bereitstellen für neue Schulen. Vielmehr werde ich Ende September mit der Schulleitplanung und dem Gutachten von STERN über verfügbare Gebäude Klinken putzen gehen, um Landesmittel für den Bezirk zu gewinnen.“ so Lioba Zürn-Kasztantowicz zu ihren Handlungsoptionen.

Abendgymnasium und weiterführende Schulen

Nicht nur die Grundschulen waren aber Thema der Abteilungsversammlung: die Situation des Abendgymnasiums wurde ebenfalls angesprochen. Daniel Moll, Schriftführer der Abteilung, fragte nach, ob geplant sei, dass dieses ein eigenes Gebäude erhalte. „Das Abendgymnasium ist mir ebenfalls wichtig. Aber im Moment sehe ich aufgrund der Finanzsituation und der verfügbaren Gebäude keine dauerhafte Lösung.“ erklärte dazu Lioba Zürn-Kasztantowicz. Ebenso wie bei den Grundschulen entstehen aber bei weiterführenden Schulen in den nächsten Jahren Kapazitätsprobleme. „Kinder haben die Angewohnheit, älter zu werden.“ leitete Michél Breitinger, stellvertretender Abteilungsvorsitzender seine Frage ein, wie die Lage an den weiterführenden Schulen sei. Die höheren Grundschülerzahlen führen schließlich dort mit Zeitverzögerung zu höheren Schülerzahlen. Verstärkt wird dieser Effekt durch den gestiegenen Anteil der Gymnasien: mehr als die Hälfte der Schüler wechselt auf ein Gymnasium, zehn Prozent mehr als vor ein paar Jahren. Ähnlich wie bei den Grundschulen ist es hier aber Aufgabe des Landes, Kapazitäten von Gebäuden und Lehrern zu schaffen – „und dafür werde ich mich engagiert einsetzen.“, so Lioba Zürn-Kasztantowicz.

Schulversäumnisse: Kooperationsvereinbarung

Das Problem der Schulversäumnisse wurde ebenfalls kurz diskutiert. Jugendamt, die Senatsschulverwaltung das Bezirksamt haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, damit kein Kind durchs Raster fällt und vergessen wird. Zum einen wird genau überprüft, ob Kinder zur Schule angemeldet werden. Zum anderen wird schon beim ersten unentschuldigten Fehltag nachgefragt: erst von Schule und Schuldirektor, dann vom Jugendamt. Hilft das nichts, wird das Kind von der Polizei abgeholt. Allerdings sind die Fälle in Pankow überschaubar: es gab im letzten Schuljahr nur 157 Fälle, im Vergleich zu 900 in Neukölln. Bußgelder werden jedoch nur selten vergeben, polizeiliche Abholungen gab es nur drei. „Ein Kind wurde von der Polizei zur Schule begleitet. Bei zwei Kindern gaben die Eltern an, dass sie nicht da seien- allerdings tauchten sie später am Tag in der Schule auf. Insgesamt aber sind Schulversäumnisse kein gravierendes Problem im Bezirk.“, so Lioba Zürn-Kastantowicz.

Unterstützung der SPD Falkplatz-Arnimplatz

„Es ist wichtig, dass wir uns auch dann mit Fragen der Schulleitplanung beschäftigen, wenn es gerade nicht großes Thema in der Presse ist.“, so Markus Roick, Abteilungsvorsitzender. „Zugleich aber sehen wir, dass dem Bezirk durch die Finanzlage und der drohenden Haushaltsbewirtschaftung durch das Land die Hände zum großen Teil gebunden sind.“ Deswegen, so Roick, werde die SPD Falkplatz-Arnimplatz Lioba bei ihren Engagement auf Landesebene um mehr Schulgebäude unterstützen, wo es nur geht.

Bericht: Markus Roick

 

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