Verpassten den Besuch- Alex und Benni, die beiden Ponys vom Moritzhof SPD informiert sich vor Ort über die Arbeit der Jugendfarm Moritzhof
Die SPD Falkplatz-Arnimplatz besuchte im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Die Abteilung unterwegs“ am 14.12. 2007 die Jugendfarm Moritzhof und sprach mit ihren Betreibern, dem Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e.V., über ihre Arbeit. Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, mit den Institutionen vor Ort direkt ins Gespräch zu kommen über die Politik im Kiez, über das, was gebraucht wird, aber auch über das, was gut funktioniert.
Zwei Stars der Farm verpassten leider den Besuch: Die Ponys Alex und Benni machen Urlaub auf einem Bauernhof außerhalb der Stadt, um dem Stress der Sylvesternacht in Berlin zu entfliehen. Zwei weitere Stars aber – die Hängebauchschweine Uschi und Peppi – nahmen die Audienz mit Gelassenheit entgegen. Bir¬git Blank, Mitarbeiterin des pädagogischen Teams, führte die Besucher eine Stunde lang über die Farm und berichtete über ihre Arbeit.
■ Vorbildliche Jugenarbeit
“Frau Blank und ihre Mitarbeiter leisten hervorragende und wichtige Arbeit auf der Farm. Hier können Kinder und Jugendliche für und mit Tieren arbeiten, die sie normalerweise in Berlin nicht so leicht treffen können.“ erklärt Marina Pechardscheck vom SPD-Abteilungsvorstand und gleichzeitig aktives Mitglied im Bürgerverein Gleimviertel.
Zur Jugendfarm können Kinder nach der Schule kommen. Angebote gibt es reichlich und fachlich geschultes Personal, das übrigens als Vertrauenspersonen mit Namensschildern für die Kinder kenntlich gemacht sind. Es gibt klare Regeln auf der Farm und wer bereit ist, diese zu beachten, hat ein reichhaltiges Programm zur Auswahl und kann viel lernen. „Die Vorgaben des Bezirks für Jugendarbeit sind hier wirklich vorbildlich umgesetzt“ erklärt der Abteilungsvorsitzende Thomas Bohla, der gleichzeitig Bürgerdeputierter im Jugendhilfeausschuss ist.
■ Buntes Programm, bunter Besuch
Beeindruckt zeigten sich die Besucher der SPD von der Vielzahl der Möglichkeiten, die der Moritzhof den Kindern und Jugendlichen von 6 bis 16 bietet: Es sind die Kinder, die mit den Betreuern zusammen das Futter für die Tiere vorbereiten. Wer dabei hilft, darf natürlich die Tiere auch füttern. – Eine besondere Möglichkeit für Stadtkinder, Freundschaften mit den Tieren auf der Farm zu schließen. Aber nicht nur das: Angeboten werden darüber hinaus auch handwerkliche Tätigkeiten wie Schmieden, Töpfern oder Wollverarbeitung. Internet gibt es zwar auch – es ist aber deutlich reglementiert. Mehr als zwanzig Minuten am Tag sind da nicht drin.
Die Besucher der Jugendfarm sind dabei so unterschiedlich und bunt wie das Programm. Das Reitangebot hatte anfänglich dazu geführt, dass sich vor allem Mädchen auf dem Hof eingefunden haben, so Birgit Blank. Inzwischen sei das aber ausgewogen und auch die Jungs finden viel Spaß dabei, u.a auch den Kuchen zu backen für den Wochenendbesuch. Soziale Herkunft spiele keine Rolle. Das ganz besonders auch deshalb, weil die Angebote vor Ort beitragsfrei sind. Wer sich die Musikschule für sein Kind nicht leisten kann, hat die Möglichkeit, sein Kind kostenfrei an einer Sambagruppe teilnehmen lassen. – Und weil die Kinder häufig direkt nach der Schule zur Farm kommen, wird dort gemeinsam gekocht und für einen Unkostenbetrag von 50 Cent können sie hier zu Mittag essen.
■ Sorge wegen der Zukunft des Mauerparks
Da die Aktion „Die Abteilung unterwegs“ aber auch vor allem deshalb ins Leben gerufen wurde, um sich Anregungen für die weitere politische Arbeit zu holen, stand natürlich auch die Frage nach den Schwierigkeiten im Raum, die Birgit Blank eventuell für die Jugendfarm sieht.
Mit Sorge betrachtet sie die Diskussion um den weiteren Ausbau des Mauerparks auf der Weddinger Seite. „Mit den Nachbarn auf der Ostseite haben wir ein sehr gutes Verhältnis.“ erklärte Birgit Blank auf Nachfrage. Sorgen mache sie sich aber darüber, welche Auswirkungen es hat, wenn Stadtvillen auf der Weddinger Seite gebaut werden. Denn leider wird von Hausbesitzern Kinderlärm oft wenig toleriert, die Probleme wären da schon so gut wie vorprogrammiert. „ Wir werden diese Diskussion aufmerksam verfolgen. Die Arbeit auf der Jugendfarm läuft sehr gut, so wie sie ist – und wir werden unser Augenmerk darauf haben, dass das auch so bleibt.“ So die Bezirksverordnete Rona Tietje.
■ Bericht: Markus Roick und Martina Krahl