Besuch im Jugendclub "Friteim": Für einen Bezirk, der mitwächst

Veröffentlicht am 21.07.2011 in Jugend

Mit dem Prenzlauer Berg bringt man Kinder in Verbindung, Jugendliche aber kaum. Jeder weiß, dass sich junge Familien gerne im Süden Pankows niederlassen. Die Geburtenraten sind hoch und Kinder sozusagen an der Macht. Jugendliche und junge Erwachsene findet man bei uns infolge der demografischen Entwicklung der letzten Jahre hingegen selten. Ihre Bedürfnisse werden leicht übergangen.

Am Freitag, den 15.07.2011, besuchte ich daher den Jugendclub "Friteim" in der Sonnenburger Straße. Seit rund einem Jahr arbeiten hier drei festangestellte Mitarbeiter dafür, Jugendlichen sinnvolle Beschäftigungen in ihrer Freizeit („free time“, daher der Name "Friteim") anzubieten. Niederschwellige und offene Angebote sind dabei das Ziel, wie Mitarbeiter Rüdiger Hornig erklärte. „Wir schauen nach den Ressourcen der Jugendlichen und fördern sie, wo wir können.“

Die Angebote des "Friteim" reichen von gemeinsamem Kochen über Graffitikurse bis hin zu Kursen über den Bau einer eigenen Homepage. Zentrales und in der Konzeption des Hauses veranktertes Ziel ist die Teilhabe junger Menschen mit Behinderung an allen Angeboten. Das Haus ist daher auch behindertengerecht gebaut.

Träger des "Friteim" ist das Bezirksamt – es ist somit eine kommunale Einrichtung. Wichtig für die Jugendarbeit vor Ort, denn kommunal getragene Einrichtungen bieten mehr Planungssicherheit gerade bei knappen Kassen und sorgen so für Stabilität und Sicherheit. Freie Träger entlasten zwar die öffentlichen Haushalte, da sie sich über Fördermittel finanzieren, ihr Fortbestand ist aber teilweise unsicher. Die „ausgewogene Mischung“ zwischen öffentlichen und freien Trägern in Pankow sei daher zu erhalten, mahnte Hornig.

Das "Friteim" kriegt die demografische „Delle“ im Bezirk durchaus mit. Die Einrichtung steht daher schon für Heranwachsende ab zwölf Jahren offen. So ließ sich bereits ein recht stabiler Besucherstamm aufbauen: Zwischen 15 und 30 Jugendliche besuchen das "Friteim" am Tag, erläuterte Hornig. Viele der Kinder aus der letzten Grundschulklasse bleiben der Einrichtung dann auch treu, wenn sie auf eine weiterführende Schule wechseln. Das "Friteim" zieht dabei Jugendliche von der Prenzlauer Allee bis in den Wedding hinein an.

Was ich von diesem Besuch mitgenommen habe ist, dass Einrichtungen wie das Friteim unbedingt zu erhalten sind. Denn klar ist: In wenigen Jahren sind die Kinder des Prenzlauer Berges Jugendliche mit ihren ganz eigenen Bedürfnissen. Einrichtungen wie das Friteim und die Erfahrungen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind heute schon wichtig – dann werden sie unverzichtbar sein.

 

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Roland Schröder | 

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