Mehr als 1989: Die SPD Falkplatz-Arnimplatz gedenkt der friedlichen Revolution

Veröffentlicht am 23.06.2010 in Geschichte

Manfred Dennert, links neben Walter Momper, anläßlich des ersten Jahrestages des Mauerfalls

Erinnert wird meist an das Jahr 1989, die Ereignisse um die friedliche Revolution dauerten aber noch bis weit in das Jahr 1990 hinein. Deshalb reicht das Erinnerungsjahr der SPD Falkplatz-Arnimplatz auch bis in den Juni 2010 hinein. „Das Jahr 1989 steht unter dem Eindruck von Fluchtwelle, Montagsdemonstrationen und dem Fall der Berliner Mauer. Das folgende Jahr 1990 war aber nicht minder wichtig: durch freie Wahlen wurde die Grundlage geschaffen für die Wiedervereinigung“, so Markus Roick, Abteilungsvorsitzender. „Der Bedeutung von 1989 steht das Jahr 1990 damit nicht nach.“

Einblicke in die Abteilungsgeschichte gewonnen

Aus diesem Anlass erinnerte die SPD Falkplatz-Arnimplatz auch dieses Jahr bei mehreren Veranstaltungen an ihre Geschichte und die der friedlichen Revolution im Kiez. Wie man noch heute in Gesprächen mit Zeitzeugen spüren kann, bestand damals eine unverwechselbare Aufbruchstimmung und Unmittelbarkeit von Politik. Die SDP von 1989 und 1990 bildete dabei nicht einfach nur eine neue Partei, sondern auch eine Bewegung. Basisgruppen bildeten sich 1989/90 weniger nach Straßen als nach Personen. Man traf sich teilweise einmal in der Woche, oft bis Mitternacht. In der Anfangszeit hatten diese Gruppen 30 bis 40 Mitglieder, davon waren 20 bis 25 aktiv. Vieles hat sich seitdem verändert. Es ist ruhiger geworden, in Teilen professioneller, aber auch weniger bewegt.

Willy-Brandt-Medaillen an Gründungsmitglieder

Wolfgang Marquardt und Günter Wetzel wurden in Erinnerung an ihre Leistungen in dieser Zeit und für die Abteilung mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet. Wolfgang Marquardt war nach seinem Beitritt zur Westberliner SPD 1989 lange Jahre Vorsitzender der Abteilung Falkplatz-Arnimplatz sowie Bürgerdeputierter und Verordneter der Bezirksversammlung. Günther Wetzel trat 1989, noch beeindruckt durch den DDR-Besuch Willy Brandts, der SDP (später SPD) bei. In schwierigen Zeiten war er lange Jahre Vorsitzender der Abteilung Falkplatz-Arnimplatz und ist auch heute noch regelmäßig in der Abteilung aktiv.

Kurt Blankenhagel nimmt Medaille nicht an aus Respekt vor verdienten Genossen

Kurt Blankenhagel, Stadtrat im Senat von Tino Schwierzina, lehnte die Willy-Brandt-Medaille ab und erklärte dazu: "Ich möchte mich für die mit der Verleihung beabsichtigte Anerkennung meiner politischen Arbeit in der Wendezeit bedanken. Ich bitte aber um Euer Verständnis dafür, dass ich aus meiner Kenntnis der Arbeit der damals in der Abteilung und in den folgenden Jahren handelnden Genossinnen und Genossen, diese Medaille nicht annehmen kann. Ich bin überzeugt es gibt andere, die diese Anerkennung eher verdient haben. Die Hauptarbeit haben die Abteilungsvorsitzenden und Stellvertreter geleistet, mit der Unterstützung der vielen damals aktiven Genossinnen und Genossen. Sie waren mit großer Überzeugung dabei, sie waren es, die durch Ihre Arbeit in der SDP/SPD, die Abteilung aufbauten. Der leider schon verstorbene Gert Ach ist mir als Abteilungsvorsitzender besonders in Erinnerung geblieben. Natürlich habe ich auch mitgearbeitet, aber meine gesellschaftlichen Funktionen können und sollen mich da nicht herausheben. Deswegen kann ich die Willy-Brandt-Medaille nicht annehmen.“ Der Abteilungsvorsitzende Markus Roick erklärte dazu: „Kurt hat nachvollzogen, warum wir ihn auszeichnen wollten. Dass er diese Auszeichnung ablehnt, weil in der SPD Falkplatz-Arnimplatz viele Genossinnen und Genossen wertvolle und wichtige Arbeit geleistet haben, finde ich nicht nur nachvollziehbar, sondern eine sehr sozialdemokratische und solidarische Entscheidung. Es geht bei uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten um ein Miteinander.“

Abschließend zu den Veranstaltungen hat die SPD Falkplatz-Arnimplatz eine kleine Broschüre über die SDP im Kiez erstellt, die hier heruntergeladen werden kann. Zu den Ereignissen in Schwante und im Bezirk Pankow hat die SPD einen lesenwerten Sammelband herausgegeben. Dieser kann über das SPD Kreisbüro, Berliner Str. 30, 13189 Berlin (Telefon 030 962 09 660, Fax – 661) bezogen werden.

Broschüre SDP 1989/90 im Falkplatz-Arnimplatz

Bericht: Markus Roick

 

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Roland Schröder | 

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