Arbeitsmarktpolitik neu denken

Veröffentlicht am 05.06.2012 in Arbeit

Frau Prof. Dr. Nickel (Lehrstuhl Soziologie der Arbeit und Geschlechterverhältnisse an der Humboldt- Universität zu Berlin)

Wie arbeiten wir morgen? Zu dieser Frage hatten der Arbeitskreis „Neue Arbeit“ und die SPD-Abteilung Falkplatz-Arnimplatz eingeladen. Mitten im Prenzlauer Berg, als Sinnbild für Individualisierung, Flexibilität und neuer Lebensentwürfe bundesweit bekannt, hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger die Chance, mit Frau Prof. Dr. Nickel (Lehrstuhl Soziologie der Arbeit und Geschlechterverhältnisse an der Humboldt- Universität zu Berlin) über den Wandel in der Arbeitswelt zu diskutieren.

Vor rund 30 Personen im Cafe Rhino konnte sie nach einer kurzen Einführung durch den Abteilungsvorsitzenden Wolf Witte und durch den Arbeitskreis durch Christopher Wimmer ihr Referat beginnen. Für sie steht Erwerbsarbeit immer noch im gesellschaftlichen Zentrum, jedoch braucht es eine grundlegend neue Arbeitsmarktpolitik.

Wachsende Zahl an „Working Poor“
Seit den 70er Jahren zeigt sich einer Veränderung der Arbeitswelt hin zu Verschlankung der Unternehmen, sowie Flexibilisierung der Arbeit. Frau Nickel sprach hier von „doppelte Subjektivierung von Arbeit“, die für Arbeitnehmer_innen, also gleichzeitig Chancen und Risiken bieten. Die Zahlen belegen dies: Die so genannten „working poor“ (Aufstocker_innen) haben am stärksten zugenommen. Die fehlende Existenzsicherung als Folge der Hartz-Reformen (Mini/Midi-Jobs) führe zur Altersarmut.

Für eine fundamental neue Arbeitsmarktpolitik
Dem gelte es mit einer neuen Arbeitsmarktpolitik entgegen zu treten. Dazu gehöre laut Frau Prof. Dr. Nickel eine Expansion der Bildung, ein öffentlich geförderter Beschäftigungssektor, stärkere Mitbestimmung der Arbeitnehmer_innen (Wirtschaftsdemokratie), sowie eine Lebenszyklus-basierte Arbeitsmarktpolitik, die mit lebenslangem Lernen und einer drastischen Arbeitszeitverkürzung verbunden sei.

Im Kapitalismus stehe der Profit im Mittelpunkt der Produktion und Arbeit diene der Ausbeutung. Eine fundamental neue Arbeitsmarktpolitik sieht in der Arbeit die Möglichkeit der Selbstverwirklichung.

Wir bleiben dran
Der Arbeitskreis „Neue Arbeit“ wird sich mit diesen Vorschlägen weiter auseinander setzen und lädt alle Interessierten herzlich ein, sich mit dieser, sowohl für die Sozialdemokratie, als auch für die gesamte Gesellschaft wichtigen Thematik zu beschäftigen.

 

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