Bündnis für Familie aus der Taufe gehoben

Veröffentlicht am 04.10.2007 in Familien

Martina Krahl und Daniel Moll in eine Diskussion vertieft

Nach mehr als einem Jahr Vorarbeit und derzeit schon drei arbeitenden Projekten – mit dem Familienwegweiser Pankow, der voraussichtlich im kommenden März im Aperçu-Verlag erscheinen wird, das konkreteste – wurde am 26. September 2007 offiziell das Pankower Bündnis für Familie in Anwesenheit des Bezirksbürgermeisters Matthias Köhne, der Stadträtinnen Lioba Zürn-Kasztantovicz und Christine Keil, der familienpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Sandra Scheeres, und der Sprecherin des Pankower BVV-Ausschusses Schule und Sport Maria Pfennig „aus der Taufe gehoben“. Als prominentes Gründungsmitglied war Sandra Maischberger dabei.

Hocherfreut zeigte sich die in Pankow lebende TV-Moderatorin darüber, dass sie im Rahmen der Gründungsveranstaltung immer als „junge Mutter“ angekündigt worden sei. Immerhin sei sie erst mit 40 Mutter geworden und könne in dieser Rolle noch gar nicht so gut mitreden, sei ihr Sohn gerade mal sieben Monate alt. Sie und ihr Mann seien dabei, die Erfahrungen sammeln, über die die anwesenden Mütter und Väter so viel gesprochen haben.

Seit sechs Jahren lebe sie nun in Pankow und in der Tat: Nachdem sie viele Jahre in München und Hamburg gelebt und miterlebt habe, wie befreundete Eltern dort immer jonglieren mussten, um ihren beruflichen Alltag mit Kindern angesichts unzureichender Betreuungsmöglichkeiten bewältigen zu können. Sie seien dann nach Pankow gekommen und überrascht gewesen von der guten Infrastruktur für Familien und vor allem den vielen Kindern im Stadtbild. „Wenn man in Pankow ohne Kind unterwegs ist, dann fällt man auf. Das ist fast schon so, wie einen Buckel haben. Nachdem wir in den langen Jahren unserer Ehe immer auch Kinder geplant und das bisher verschoben hatten, gebe ich zu, dass uns das auch inspiriert hat, jetzt ein Kind zu bekommen.“

Ihre Erfahrungen nach der Geburt ihres Kindes und wie das ihren Alltag verändert hat – so die Mitinitiatorin des Pankower Bündnisses und Pankower Abgeordnete Sandra Scheeres - das sei auch der Motor gewesen, der Initiative des Bundesministeriums für Familie zur Gründung lokaler Bündnisse zu folgen. Nachdem ihr politischer und auch beruflicher Schwerpunkt schon seit vielen Jahren Kinder- und Jugendpolitik gewesen sei, habe sich ihr geschulter Blick auf das Thema noch einmal gründlich verändert, als Sohn Pepe auf die Welt gekommen sei und plötzlich nichts mehr wirklich planbar war und für überraschende Ereignisse spontane Lösungen gefunden werden mussten. - „Familien sind die perfekten Netzwerker“ so umschrieb es ihr Mitinitiator und der dreifache, parteilich ungebundene Pankower Familienvater Carsten Glöckner. Wer wäre schon besser geeignet, dieses neue Pankower Netzwerk auf den Weg und zum Erfolg zu bringen.

„Ein Bündnis für Familie steht Pankow nicht nur gut zu Gesicht – es ist eigentlich schon überfällig.“ so Lioba Zürn-Kasztantovicz, Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales, Schule und Sport angesichts der außergewöhnlich dichten Familienstruktur des Bezirkes. – Und den Familien im Bezirk eine Lobby geben, ihnen die notwendige Öffentlichkeit zu verschaffen – das sah die Bezirksstadträtin für Jugend und Immobilien, Christine Keil, als ein vorrangiges Ziel, das das Bündnis erfüllen müsse. Dr. Petra Drauschke vom Familienzentrum Pankow wünschte sich eine engere Anbindung der Wirtschaft, um die Familienfreundlichkeit von Unternehmen voranzutreiben. – Martina Krahl von der Selbsthilfeinitiative Alleinerziehender (SHIA) Berlin wünschte sich gemeinsame Projekte mit der Wirtschaft, in die beispielsweise SHIA mit ihrer Erfahrung im Bereich der flexiblen Kinderbetreuung wertvolle Aufbauhilfe leisten könne und wandte sich mit diesem Wunsch direkt an Günter Päts, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg. Der wiederum sah für die Kooperation gute Chance, sei doch der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Nils Busch-Petersen, selbst Pankower und damit vor Ort der perfekte Ansprechpartner.

Ihren Höhepunkt fand die Veranstaltung in der feierlichen Unterzeichnung der Deklaration zum Bündnis für Familie Pankow. Das Rahmenprogramm mit der Baby-Eltern-Gesangsgruppe „Music together“ und der Mädchentanzgruppe „Tivollotte“ gaben der Veranstaltung den richtigen Rahmen ebenso wie die Räumlichkeiten. Die Veranstaltung fand im ehemaligen jüdischen Waisenhaus in Pankow statt, im Speise- und Aufenthaltsraum der Grundschüler der ErsatzSchule Eins. Die anwesenden Kinder bestimmten dann auch die gesamte Atmosphäre. So z. B. als die Pankower Mutter Juliane Fehlhaber den Familienwegweiser mit dem auf den Bauch geschnallten dreimonatigen Sohn vorstellte oder als Sandra Scheeres’ Sohn spontan den Applaus der Anwesenden unterstützte, in dem er auf die Bühne und seiner Mutter in die Arme lief.

Sie hoffe – so Sandra Maischberger - das Bündnis vor allem mithilfe ihres Namens helfen zu können. Häufig seien Projekte wie dieses auf öffentlichen Zuwendungen angewiesen, und wenn ihr Name dabei helfe, so würde sie ihn gerne auch in Zukunft für das Pankower Bündnis für Familie zur Verfügung stellen oder auch mal persönlich anrufen. Angesichts der so vielfältig vorgebrachten Projekte und der daran beteiligten Akteure betrachte sie sich hier aber eher als die Petersilie, die zum Abschluss eines fertig angerichteten Menüs oben auf gelegt werde.

Bericht: Martina Krahl

 

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