„Frauen verdienen mehr“ – bekommen aber noch immer weniger

Veröffentlicht am 24.08.2012 in Frauen

Koordinatorin in Aktion: Dagmar Schwarz beim diesjährigen Equal Pay Day

Das war der Kern des Vortrages von Dagmar Schwarz, bundesweite Koordinatorin zum Equal Pay Day auf der Abteilungsversammlung der SPD
Falkplatz-Arnimplatz am 22. August in der Jugendfarm Moritzhof. Der sogenannte Gender Pay Gap (Geschlechter-Lohnlücke) liegt in Deutschland bei 23%, der vierthöchste Wert in der Europäischen Union.
Heiß diskutiert wurde über Ursachen und Folgen dieser
Gerechtigkeitslücke.

Die Geschlechter-Lohnlücke wird vom Statistischen Bundesamt berechnet
und entspricht der Lücke zwischen dem durchschnittlichen männlichen
und weiblichen Stundengehalt. Dieser sogenannte unbereinigte Gender
Pay Gap ergibt sich aus unterschiedlicher Berufs- und Branchenwahl,
den niedrigeren Löhnen in traditionellen „Frauenberufen“ (zum Beispiel
in der Pflege), einem niedrigeren Dienstalter durch
Kindererziehungszeiten und geringerem Beschäftigungsumfang durch etwa
Teilzeitarbeiten.

Daneben wird noch ein bereinigter Gender Pay Gap
berechnet, der in Deutschland bei etwa acht Prozent liegt. Bei diesem Wert handelt es sich um den Lohnunterschied bei äquivalenter Qualifikation und vergleichbarer Tätigkeit: also nicht die Verkäuferin, die weniger als der Metallarbeiter verdient, sondern die Angestellte, die weniger als ihr Kollege im Monat bekommt. Diese acht Prozent sind ein Hinweis auf tatsächliche Diskriminierung, so Dagmar Schwarz in ihrem Referat. Dramatisch sind die Folgen für das Alter: die Rentenlücke beträgt
satte 59% und viele Frauen fallen nach einem Arbeitsleben in die
Grundsicherung zurück.

Heiß diskutiert wurden die Ursachen des Gender Pay Gaps und wer was
dagegen tun kann. Viel Bedeutung wurde dem Bereich der Bildung
zugwiesen und dem Anspruch, nicht weibliche Klischees darin zu
tradieren - die sich dann auf die Berufswahl auswirken, auf die Härte
bei Lohnverhandlungen und die Bereitschaft, Lohn gegen Flexibilität
bei Arbeitszeiten einzutauschen. Das Hinterfragen von Rollenbildern
betrifft, was den eigenen Lebensentwurf mit mehr Zeit für Familie
angeht, auch die Männer. An der Zeit ist es ebenfalls, „typisch
männliche“ und „typische weibliche“ Eigenschaften neu zu bewerten: zum
Beispiel treten viele Männer und einige Frauen sehr selbstbewusst auf
– viele Frauen und einige Männer stellen dagegen stellen ihr Licht
unter den Scheffel. Talente für Teams dennoch zu erkennen, ist für die
Unternehmen ein Gewinn. Viel zu tun also für Frau wie Mann.

 

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Roland Schröder | 

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