Mehr als nur Geld: Kultur unterstützen

Veröffentlicht am 15.03.2012 in Kultur

Fachkundig in Finanzfragen: Clara West, Mitglied des Abgeordnetenhauses

Erst gefährdet, dann gerettet: Die drohende Schließung von Pankower Kultureinrichtungen konnte abgewendet werden. Dennoch bleibt das Thema der Kulturfinanzierung aktuell – nicht nur in Pankow, sondern in ganz Berlin. Die SPD Falkplatz-Arnimplatz hat daher für ihre März-Sitzung Clara West als fachkundige Referentin eingeladen.

West ist Mitglied des Abgeordnetenhauses, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion und als Haushälterin für Finanzen zuständig. In ihrem Impulsreferat machte sie deutlich, dass die einfache Unterscheidung von öffentlich finanzierter, gemeinnütziger Kultur auf der einen und kommerzieller, freier Kultur auf der anderen Seite nicht trägt. „Man tut der Politik, aber auch der Kultur in Gänze unrecht, wenn man es so schwarz-weiß sieht, das Gros bewegt sich irgendwo dazwischen. Die politische Frage ist, wo wird kulturelle Daseinsvorsorge erbracht und was kann man tun, dass diese auch in schwierigen Haushaltslagen erhalten bleiben kann. Dafür muss auch Politik manchmal kreativ vorgehen“, unterstrich die Abgeordnete.

Genauer hinschauen!
Tatsächlich sei die Kreativ- oder Kulturszene im weitesten Sinne äußerst ausdifferenziert, kleinteilig und vielseitig. Vom rein kommerziell betriebenen Wirtschaftsbetrieb über staatlich finanzierte Einrichtungen, etwa Musikschulen, bis hin zur gemeinnützigen Initiative, wie zum Beispiel der Murkelbühne oder dem Dunckerclub.

Räume, Geld und Unterstützung
Was kann Politik für die Kulturszene tun? Unterstützung anbieten, erklärte Clara West: In Form von Gründungs- und Finanzierungsberatung, Unterstützung und Vermittlung im Krisenfall und bei Konflikten. Räume zur Verfügung stellen: Zum Beispiel bezirkliche Immobilien, wie es jetzt im Fall des Areals Fröbelstraße zur Diskussion steht. Und die Kultur von vornherein bei der Stadtplanung berücksichtigen.

Und Geld? Das bleibt auch weiterhin nicht wegzudenken, machte West deutlich. Land und Bezirk müssten sich aber der beschriebenen Vielseitigkeit der Szene stellen und die Förderinstrumente entsprechend differenzieren und sie flexibler einsetzen. Aber auch über eine Umverteilung zwischen den großen Leuchtturmprojekten wie etwa Opern oder der Zentralbibliothek und den den kleineren Angeboten vor Ort müsse diskutiert werden dürfen.

Das Thema bleibt aktuell
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass sich die SPD Falkplatz-Arnimplatz weiter intensiv mit dem Thema beschäftigen will. Nach dieser ersten gelungenen Informationsveranstaltung sollen weitere ReferentInnen eingeladen werden. Das Ziel ist, sich als Abteilung in die Willensbildung innerhalb der SPD einzumischen – etwa mit einem ambitionierten Antrag zur Kulturpolitik und -finanzierung.

 

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Roland Schröder | 

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